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Abschreibung (AfA) – einfach erklärt
Was bedeutet Abschreibung? Wie funktioniert die AfA? Und welche Wirtschaftsgüter
dürfen über mehrere Jahre verteilt steuerlich geltend gemacht werden?
Hier finden Sie die wichtigsten Grundlagen verständlich erklärt.
Was bedeutet Abschreibung?
Eine Abschreibung (AfA = Absetzung für Abnutzung) verteilt die Anschaffungs-
oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsgutes über dessen Nutzungsdauer.
Hintergrund: Wirtschaftsgüter wie Maschinen, Fahrzeuge oder Computer werden
nicht nur in einem Jahr genutzt. Deshalb dürfen die Kosten steuerlich
nicht vollständig im Anschaffungsjahr abgezogen werden.
Warum wird abgeschrieben?
- Wirtschaftsgüter verlieren im Laufe der Zeit an Wert
- Der Aufwand soll periodengerecht verteilt werden
- Der Gewinn wird realistisch ermittelt
Abschreibungen mindern den steuerlichen Gewinn – und damit auch die Steuerlast.
Welche Wirtschaftsgüter werden abgeschrieben?
Abschreibungen betreffen grundsätzlich das Anlagevermögen.
- Maschinen und Produktionsanlagen
- Firmenfahrzeuge
- Computer und technische Geräte
- Büroeinrichtung
- Immobilien (ohne Grund und Boden)
Nicht abgeschrieben wird z. B. Grund und Boden,
da dieser regelmäßig keinem Wertverzehr unterliegt.
Wie lange wird abgeschrieben?
Die Nutzungsdauer richtet sich nach den amtlichen AfA-Tabellen
des Bundesfinanzministeriums.
Beispiele:
- Computer: 1 Jahr
- PKW: 6 Jahre
- Büromöbel: 13 Jahre
- Betriebsgebäude: 33 bis 50 Jahre
Lineare Abschreibung (Standardfall)
Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungskosten
gleichmäßig über die Nutzungsdauer verteilt.
Beispiel:
Anschaffungskosten: 12.000 €
Nutzungsdauer: 3 Jahre
→ Jährliche Abschreibung: 4.000 €
Sofortabschreibung und geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)
Wirtschaftsgüter mit niedrigen Anschaffungskosten können sofort
vollständig abgeschrieben werden.
- Bis 800 € netto: sofortige Abschreibung möglich
- Alternativ: Sammelposten-Regelung bei höheren Beträgen
Sonderformen der Abschreibung
- Sonderabschreibungen (z. B. für kleine und mittlere Unternehmen)
- Degressive Abschreibung (zeitweise gesetzlich zulässig)
- Teilwertabschreibung bei dauerhafter Wertminderung
Welche Abschreibungsmethode sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab.
Typische Fehler bei der AfA
- Falsche Nutzungsdauer angesetzt
- Grund und Boden mit abgeschrieben
- Wirtschaftsgut zu spät aktiviert
- GWG-Regelung falsch angewendet
- Private Nutzung nicht berücksichtigt
Fazit
Abschreibungen sind ein zentrales Instrument der Gewinnermittlung.
Sie sorgen für eine periodengerechte Verteilung von Investitionskosten
und beeinflussen die Steuerlast erheblich.
Eine korrekte AfA ist daher nicht nur buchhalterisch wichtig,
sondern auch strategisch relevant.
